Grönland: Die größte Insel der Welt

Grönland in Zahlen

  • Fläche: 2.175.600 km2
  • Geographische Zugehörigkeit: Nordamerika
  • Geopolitische Zugehörigkeit: Teil des Dänischen Königreichs (Europa)
  • Einwohner: ca. 57.000
  • Hauptstadt: Nuuk (15.000 Einwohner)
  • Von Inlandeis bedecktet Fläche: ca. 1.8000.000 km2
  • Aktivster Gletscher: Sermeq Kujalleq bei Ilulissat in Nordgrönland
  • Klima: arktisch (starke Unterschiede in den einzelnen Regionen)
  • Flora: über 500 Pflanzenarten
  • Tierwelt: u.a. mehr als 200 Fischarten, 235 Vogelarten, Eisbären, Polarwölfe, Robben
  • Führender Industriezweig: Fischerei (Fischerzeugnisse über 95% des Exports)

 

Grönland ist mit einer Fläche von 2.175.600 km2 sechs Mal so groß wie Deutschland und somit die größte Insel der Welt. Sie erstreckt sich vom Norden bis zum Süden über 2.700 km, die breiteste Stelle von Ost nach West misst 1.000 km. Während der nördlichste Punkt nur 700 km vom Nordpol entfernt ist, liegt der südlichste Punkt auf dem gleichen Breitengrad wie Oslo. Geographisch betrachtet gehört Grönland zu Nordamerika, denn im Norden trennt ein nur 26 km schmaler Wasserweg die Insel von Kanada. Geopolitisch hingegen zählt Grönland als ein Teil des Dänischen Königreichs zu Europa.

Einwohner

In Kalaalit Nunaat, dem „Land der Menschen“, wie die Grönländer ihr Land nennen, wohnen 57.000 Menschen – überwiegend Inuit, die eng mit den Inuit in Kanada, Alaska und Sibirien verbunden sind. Rein rechnerisch stehen jedem Grönländer also 38,2 km2 zur Verfügung, während sich in Deutschland 230 Einwohner einen Quadratkilometer teilen müssen. Allerdings liegen in Grönland alle Städte und Siedlungen entlang eines schmalen eisfreien Küstenstreifens, der flächenmäßig ungefähr so groß wie Deutschland ist.
Die Mehrheit der Bevölkerung lebt an der Westküste, wo ein durch den warmen Golfstrom begünstigtes Klima herrscht. Lediglich circa 4.000 Menschen wohnen an der Ostküste.
Auf der größten Insel der Welt befindet sich die kleinste Hauptstadt der Erde: Nuuk zählt nur 15.000 Einwohner. Während sich bis in die 1960er Jahre die Grönländer auf viele kleine Siedlungen verteilten, leben heute über 80 % in den Städten.

Inlandeis und Eisberge

Eine von Grönlands Besonderheiten ist die unvorstellbare Masse an Eis. Mehr als 80 % der gesamten Fläche, also circa 1.800.000 km2, sind vom Inlandeis bedeckt. Am höchsten Punkt erreicht das Inlandeis eine Dicke von bis zu drei Kilometern. Das Alter des Eises variiert zwischen 500 bis 100.000 Jahren. Würde das gesamte Eis in Grönland schmelzen, stiege der Meeresspiegel weltweit um fast sieben Meter an. Diese Menge entspricht etwa 10 % der weltweiten Frischwasserressourcen.
Neben dem Inlandeis prägen gewaltige Eisberge das Bild von Grönland, die von den Gletschern ins Meer befördert werden. Der aktivste Gletscher der nördlichen Hemisphäre ist der Sermeq Kujalleq bei Ilulissat in Nordgrönland. Er produziert jährlich 20 bis 25 Milliarden Tonnen Eis, die in Form von Schollen und Eisbergen durch den 40 Kilometer langen Kangia Eisfjord langsam ins Meer treiben. Dort gelangen sie durch die Strömung erst in nördliche, dann wieder in südwestliche Richtung. Viele Eisberge schmelzen erst auf der Höhe von New York vollständig. Die größten Eisberge sind von der Wasseroberfläche bis zur Spitze 100 Meter hoch. Nur 10 bis 15 % eines Eisbergs sind sichtbar, der restliche Teil liegt im Wasser verborgen.

Klima

In Grönland herrscht arktisches Klima, aber durch die enorme Ausdehnung des Landes unterscheidet sich das Klima in den einzelnen Regionen stark. In Südgrönland erreichen die durchschnittlichen Temperaturen im Sommer 8 bis 9 Grad Celsius, in Kangerlussuaq auch mal 20 Grad. Im Winter liegt die Temperatur meistens bei -10 bis -15 Grad. Im Norden ist es im Winter durchschnittlich -30 Grad kalt und im Sommer wird es nicht wärmer als 5 Grad Celsius. Weil das Klima aber sehr trocken ist, werden die Temperaturen wärmer wahrgenommen als in Mitteleuropa.

„Grünes Land“

Trotz des vielen Eises ist Grönland, was übersetzt „grünes Land“ bedeutet, grüner als viele denken. Der arktische Sommer ist zwar kurz, doch sehr intensiv. Über 500 Pflanzenarten prägen dann das Küstenbild: Blumen, Kräuter, Moose, Heidepflanzen, Farne, Schachtelhalmgewächse, Orchideenarten und in Südgrönland sogar kleine Bäume blühen in leuchtenden Farben. Ebenso beeindruckend wie die Flora ist die Tierwelt in Grönland. Neben Eisbären, die allerdings hauptsächlich in Nord- und Ostgrönland leben, gibt es Lemminge, Hermeline, Polarwölfe, Polarfüchse, Schneehasen, Moschusochsen, Rentiere, 17 verschiedene Wal-Arten, Robben, Walrosse, 235 verschiedene Vogelarten und mehr als 200 verschiedene Fische, allen voran der Heilbutt und die Grönlandgarnele.

Fischerei in Grönland

Seit die ersten Siedler ca. 2500 v. Chr. nach Nordgrönland kamen, sind die Inuit von den Schätzen der Natur abhängig. Jagen und Fischen waren überlebenswichtig, da sich das Klima nicht für eine ertragreiche Landwirtschaft eignet. Das Wissen der Fischer wird bis heute von den Vätern an die Söhn weitergegeben.
Auch heute ist die Fischerei die führende Industrie des Landes – obwohl die Insel mit allen Konsumgütern aus Dänemark versorgt wird. Fischerzeugnisse machen über 95 % des gesamten Exports aus. Für ein Fünftel der grönländischen Bevölkerung sichern sie die stabile Existenz.
Die grönländischen Gewässer gehören zu den kältesten und klarsten in der Welt und bilden den Lebensraum für einige der berühmtesten Meeresfrüchte von Royal Greenland.
Zwei Fischereiarten werden unterschieden: Fischen in Küstennähe (in der Regel durch kleinere, lokale Fischereien) und Hochseefischerei